Ein trauriger Tag

Das heutige MotoGP Rennen in Mugello bot so vieles, über das es sich zu berichten gelohnt hätte: Der Unfall von Enea Bastianini während der Warm Up Lap. Den vielen Abflügen, allen voran der von Marc Marquez und Alex Rins. Das Comeback von KTM mit der tollen Leistung von Miguel Oliveira. Oder der Sieg von Fabio Quartararo, der seine Runden wie ein Uhrwerk abspulte. All das hatte Potenzial, aber mir steht nicht der Sinn danach. Denn heute wird das Rennen von einer Nachricht überschattet, die zum Start des Moto2 Rennen lanciert wurde. Jason Dupasquier hat den Kampf um sein Leben verloren.

Der 19-jährige Schweizer erlag heute Vormittag seinen Verletzungen. Nach seinem schweren Sturz am Ende des Qualifyings, ausgangs Kurve 9 (Arrabbiata 2) konnten die nachfolgenden Piloten Ayumu Sasaki und Jeremy Alcoba nicht mehr ausweichen. Die beiden Piloten treffen den am bodenliegenden Dupasquier am Kopf und Oberkörper. Auch Sasaki und Alcoba stürzten, zum Glück bleiben beide unverletzt. Nicht aber Jason Dupasquier der reglos auf der Strecke lag. Erinnerungen wurden wach an Marco Simoncelli und Shoya Tomizawa.

Es gibt kaum Worte, die dieses Unglück beschreiben können. Motorsport ist gefährlich, das wissen alle die sich für diesen Sport entscheiden. Die Familienmitglieder und die Freunde der Fahrer wissen was es heißt, wenn sie auf das Motorrad steigen. Die Gefahr fährt mit. Der Respekt vor dieser Gefahr ist immer da, und doch erschüttert es einen bis ins Mark, wenn es wieder passiert. Wenn wieder ein junger Fahrer sein Leben verliert, bei dem Sport den er so sehr liebt. Ein junges Leben ging zu früh zu Ende und übrig bleibt der Schock, die Trauer, die Erinnerung an Jason. Heute hat der Motorsport ein junges Talent verloren. Heute herrscht Trauer und Besinnung, trotz dessen das der Zirkus weitergeht. So gehen die Fahrer damit um, so können sie das Geschehene verarbeiten. Sich nicht von der Angst beherrschen lassen. Es ist schwer zu verstehen, denn es ist ein Sport, der ihnen Alles gibt, ihnen am meisten bedeutet und ihnen aber auch Alles nehmen kann. Damit leben sie, alle.

Mit was ich nicht leben kann, ist wie es gestern übertragen wurde. Warum konnte ich 30 Minuten zusehen, wie Jason Dupasquier auf der Strecke stabilisiert wird, um ins Krankenhaus geflogen zu werden. Dass wir den Sturz nicht nochmal gesehen haben, war richtig und wichtig. Sensationsjournalismus ist bei einem Unfall, bei dem es um Leben und Tod geht, nicht angebracht. Aber man hätte danach wegblenden sollen. Ins Studio geben sollen, einen Zuspieler zeigen. Irgendetwas, aber nicht den Kampf um das Leben des jungen Fahrers. Ich kann mir nicht mal annähernd ausmalen, wie es für die Eltern sein musste, die ebenfalls diese Bilder im TV gesehen haben. Bei einem Unfall im Straßenverkehr ist man angehalten nicht hinzuschauen, die Rettungskräfte in Ruhe arbeiten zulassen. Gleiches hätte gestern im TV passieren sollen. Ich muss es nicht sehen, um zu verstehen was auf dem Spiel steht – das Leben von Jason. Ich hoffe, ich sehe solche Bilder nie mehr um die Würde der Fahrer, die gestürzt sind zu wahren und sie auch zu schützen.

 Rest in Peace, Jason Dupasquier

Eure Miss MotoGP

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