Für Marco

Emotionaler konnte es heute in Misano nicht sein. Ich meine nicht das MotoGP Rennen, das bot heute nicht wirklich viel. Der emotionale Höhepunkt ereignete sich heute schon im Moto3 Rennen. Wer das heute verpasst hat, hat wirklich was verpasst.

In den ersten fünf Runden gab es 10 Stürze, bedingt durch die schlechten Grip-Verhältnisse. Diese waren schon das ganze Wochenende Thema und zogen sich durch alle Klasse. Da die Moto3 nicht über eine Traktionskontrolle verfügt, sind die Fahrer ganz ihrem Gefühl in der Hand und im Po ausgeliefert. Wenn da das Gefühl nicht stimmt, ist es schon zu spät und man ist nur noch Passagier beim Sturz. So ging es im Moto3 Rennen vielen Piloten und das wirbelte das Fahrerfeld gut durch.

Einer konnte sich aber behaupten und von Anfang an überzeugen. Tatsuki Suzuki, der SIC58-Pilot. Schon oft war der Sieg zum Greifen nah für ihn. Schon oft hat er es durch einen Sturz selbst aus den Händen gegeben. Heute nicht. Nicht auf den Misano World Circuit Marco Simoncelli. Nicht bei Marco zu Hause. Heute hat alles gepasst. Es hat sich alles gefügt, als wäre es so gewollt gewesen. Wo hätte Tatsuki Suzuki seinen ersten Sieg in der Moto3 besser einfahren können, als hier. Der Japaner hat sich gut in das Team von Paolo Simoncelli integriert, spricht fließend italienisch und ist auch im Herzen ein halber Italiener. Er hat Marco einen Brief geschrieben, wo er ihm einen Sieg versprach. Heute konnte Suzuki sein Versprechen einlösen.

Als es in den letzten Runden nochmal eng wurde und sich Migno und Ogura gegenseitig aus dem Rennen nahmen, behielt Suzuki den Überblick. Er behauptete die Führung, trotz des sehr starken McPhees. Der Zweikampf ging bis zum Zielstrich. Es war eng und am Ende trennten die beiden Piloten nur 0,112 Sekunden. 0,112 Sekunden, die pure Freude bedeutet beim Team SIC58-Pilot. Die Emotionen sprangen nach dem Zieleinlauf über. Alles lag sich in den Armen, Tränen kullerten. Es war so emotional, dass es auch mich gepackt hat. Niemanden hätte ich mehr diesen Sieg gegönnt, wie Tatsuki Suzuki. Es war perfekt. Es war für Marco.

Eure Miss MotoGP

 

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