MotoGP 2021 – Neue Regeln

Unfälle, mit keinem guten Ausgang. Oft passierten sie in den Nachwuchsklassen. Oft passierten sie durch zu riskante Fahrweise der einzelnen Piloten. Oft passierten sie in engen Fahrerfeldern. Leider gingen nicht alle glimpflich aus. Die Unfälle liegen wie ein Schatten über der aktuellen Saison und das nicht nur in der MotoGP. Auch die Superbike Klasse ist betroffen. Was muss nun getan werden?

Das Bewusstsein, dass der Motorradrennsport gefährlich ist, haben wir alle. Niemanden muss man es erklären, vor allem nicht den Piloten. Jedem ist es bewusst und trotzdem pushen sich die Fahrer weiter bis zum Limit und manchmal darüber hinaus. Jeder Unfall, bei dem nicht nur der Staub von der Kombi abgeklopft wird, sollte zum Nachdenken anregen. Und zwar nicht nur, ob der Fahrer einen Fehler gemacht hat oder das Bike, sondern ob das System dahinter nicht einen Fehler macht.

Das ‚Permanent Bureau‘, welches seit vielen Jahren eng mit allen Interessenvertretern des Straßen- und Rennstreckensports zusammenarbeitet, einschließlich der IRTA und der MSMA hat sich diese Frage anscheinend gestellt. Denn es wurden neue Regeln in den vier wichtigen Bereichen bekannt gegeben. Diese vier Bereiche umfassen, die Mindestaltersgrenze, die maximale Nennlistengröße für die einzelne Rennserien, sowie sollen Projekte zur Verbesserung der Fahrerausrüstung und der Fahrerkommunikation vorangetrieben werden.

Nennlisten und Altersgrenzen ab 2022

  • In den Talent Cups (European, British, Northern und Asia Talent Cups & Pre-Moto3- Serien) wird das Mindestalter auf 13 Jahre angehoben. Zudem können 30 Fahrer teilnehmen.
  • Beim Red Bull MotoGP Rookies Cup wird das Mindestalter auf 14 Jahre angehoben.
  • In der FIM Moto3™ Junior World Championship im FIM CEV Repsol wird das Mindestalter auf 15 Jahre angehoben. Zudem sind in jedem Rennen maximal 32 Teilnehmer zugelassen.
  • In der WorldSSP300-Klasse der MOTUL FIM Superbike World Championship wird das Mindestalter bei 16 Jahre liegen. Maximal dürfen 32 Fahrer an den Start gehen.
  • Für den Übergang wird es eine Ausnahmeregelung für Fahrer geben. Das heißt, die Fahrer die bereits 2021 in derselben Klasse an den Start gegangen sind, dürfen weiterhin in der Klasse starten unabhängig von der Altersgrenze.

Nennlisten und Altersgrenzen ab 2023

  • Das Mindestalter in den die Asia, British, European und Northern Talent Cups wird auf 14 Jahren angehoben.
  • In allen Klassen der FIM MotoGP Weltmeisterschaft gilt ab 2023 das Mindestalter von 18 Jahre.
  • Die Gewinner der FIM Moto3 Junior World Championship und des Red Bull MotoGP Rookies Cups dürfen mit 17 Jahren in die Moto3 einsteigen.
  • Auch für die Saison 2023 wird es eine Ausnahme für Fahrer geben, die bereits 2022 in die Moto3 gefahren sind. Damit sie weiterhin Rennen fahren können unabhängig vom Mindestalter.
  • Bei den Klassen FIM Moto3 Junioren-Weltmeisterschaft und Moto2-Europameisterschaft wird das Mindestalter auf 16 Jahre angehoben.
  • Beim Red Bull MotoGP Rookies Cup dürfen Fahrer mit einem Mindestalter von 15 Jahren teilnehmen.
  • Das Mindestalter für Teilnehmer an der WorldSSP-Meisterschaft wird auf 18 Jahre angehoben.

Fahrerausrüstung ab 2022

  • Airbags werden in allen FIM-Meisterschaften verpflichtend eingesetzt.
  • Für die FIM-Seitenwagen-Weltmeisterschaft werden Tests durchgeführt, ob die Airbags auch für die Beifahrer funktionieren. Falls die Tests erfolgreich verlaufen, können die Airbags ab 2022 verwendet werden.

Fahrerkommunikation

  • Die Einfachheit und Schnelligkeit der Kommunikation zwischen Fahrern, Boxenmauer und Rennleitung hat sich in den letzten Jahren stätig gebessert.
  • Zukünftig soll es auch direkt nach einem Umfall zu einer Kommunikation kommen. Damit die Fahrer oder das Motorrad so schnell wie möglich gewarnt werden.
  • Die ersten Tests sollen zum Beginn der Saison 2022 stattfinden. Laufen diese erfolgreich, wird das System über alle Meisterschaften ausgebreitet.

Das alles sind gute Ansätze, um den Motorradrennsport weiterhin sicher zu gestalten. Einen wichtigen Aspekt gib es in meinen Augen noch. Einen Aspekt, denn man nicht mit Regeln kontrollieren kann. Den Druck. Den Druck, denn man jungen Nachwuchsfahrern schon sehr früh zu mutete. Den Druck, der auch in den höheren Klassen herrscht. Er lastet auf ihren Schultern und führt vielleicht sogar zu Fehlern.

Muss es sein, dass man den jungen Fahrern so viel Druck schon in den Jungen Jahren mit auf den Weg gibt? Riskieren sie nicht zu viel, wenn nur die ersten drei Fahrer eine Chance haben, ihre Kariere zu verfolgen? Muss es sein, dass aussortiert wird, wenn du nicht gleich im ersten Jahr performst? Muss es sein, dass du dich trotz Operation gleich wieder auf das Motorrad setzt, um alles zu riskieren? All das sollte nachdenklich machen. All das sollte zu einem Umdenken führen. Die neuen Regeln sind gut, aber es muss sich auf im System etwas ändern. Weniger Druck, mehr Vertrauen, mehr Umsicht.  

Eure Miss MotoGP

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